Knolle statt Knöllchen

Eigentlich ist eine solche Wegeheld-App die reine Notwehr. Würden Polizei und Ordnugnsämter ihren Job machen, gäbe es keine Falschparker mehr. Tun Sie aber nicht. Auch die Bussgelder liegen bei lächerlichen 15 Euro. Durchschnittlich wird ein Autofahrer pro Jahr eineinhalbmal erwischt, macht also wenige Cent pro Arbeitstag. Das schreckt nicht ab, ist allenfalls lästig. Zu recht heißt es auch verniedlichend „Knöllchen“.

Wir brauchen aber kein Knöllchen, sondern ne Knolle, damit es weht tut und abschreckt. Im EU-Durchschnitt liegen die Bussgelder für das Falschparkern auf Rad- oder Gehwegen, in zweiter Reihe oder auf Behinderten-Parkplätzen bei durchschnittlich 100 Euro. Das haben wir mit unserem Knöllchen-Report herausbekommen. Kein anderes Land lädt mehr zum Falschparken ein als Deutschland, niemand macht es so billig.

Knolle statt Knöllchen – unter diesem Motto haben wir 2014 eine Petition für höhere Bußgelder für Falschparker gestartet. Tausende haben unterschrieben und viele wichtige Verbände unterstützen diese Forderung mittlerweile:

Verband Deutscher Verkehrsunternehmer, Bundesverband Parken, Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club, Der Verkehrsclub Deutschland, Die Branchenverbände Zweirad-Industrie-Verband und VSF. Und auch die Grünen haben sich für höhere Bussgelder für Falschparker ausgesprochen.

Es wird Zeit, dass die Politik den Bussgeld-Katalog korrigiert. Unter Twitter wird dazu unter #BKatV getwittert. Und ganz ehrlich, haben wir Knollen statt Knöllchen, braucht es auch die Wegeheld-App nicht mehr, denn dann halten sich wieder alle Falschparker an die Regeln und gefährden und blockieren nicht den restlichen Verkehr, egal ob im Auto, zu Fuß, mit dem Rad oder im Bus unterwegs.