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„Die Umwelt schützen, Spaß dabei haben und davon leben können“ – das ist das Berufsmotto von Heinrich Strößenreuther, der die Wegeheld-App ins Leben rief. Seit 20 Jahren ist der studierte Wirtschaftsinformatiker als Mobilitäts- und Nachhaltigkeitsexperte in der Verkehrs- und Klimaschutz-Welt unterwegs.

Er war Campaigner bei Greenpeace, Referent im Deutschen Bundestag, Vorstand der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung und Manager bei der Deutschen Bahn: Dort hat er 14.000 Lokführern das energiesparende Fahren beigebracht. Jetzt versucht er, Falschparker für mehr Rücksicht zu gewinnen. Beruflich ist er Berater von Kommunen, Verbänden und Firmen und war mehrmals Geschäftsführer von Bus- und Bahn-Unternehmen.

2010 entwickelte er für die Stadt Hamburg die Klimaschutzstrategie für den Verkehrsbereich. Ergebnis: 40% der CO2-Emissionen können nur eingespart werden, wenn es mehr Rad- und Gehwege gibt. Eigentlich hätte im Bericht stehen müssen, dass dieses Ziel nur mit dem Umbau von Parkplätzen und Straßen zu erreichen ist ... Aus dieser – äh – Ungenauigkeit keimte der Gedanke, etwas auf die Beine zu stellen, das Politikern in der Auseinandersetzung mit der Autolobby den Rücken stärkt: Die Wegeheld-App.

Mit dieser App greifen wir aktiv in den Flächenkonflikt zwischen falschparkenden Autofahrern und allen anderen Verkehrsteilnehmern ein. Denn: Zugeparkte Rad- und Gehwege sind kein Kavaliersdelikt, sondern eine rücksichtslose Gefährdung und Behinderung für Kinder, Ältere, Rollifahrer, Radler, Eltern mit Kinderwagen, Notarztwagen und Busfahrer.

Übrigens: Wäre DJ Dr. Motte nicht gewesen, gäb´s die App nicht: Warum er denn keine Fahrrad-Love-Parade ins Leben rufen könne, so die Frage am Rande einer Tagung von Heinrich Strößenreuther. Nach den dann folgenden zwei Stunden Diskussion über Politik, Gesellschaft und Engagement war klar: „Bist alt genug, weißt wie der Hase läuft. Mach doch einfach was, es hält dich keiner davon ab. Denn wenn du nix machst, wird sich auch nie was ändern.“

Und daraus entstand, nach vielen Gesprächen und Recherchen, im Herbst 2013 die Spenden-Kampagne zur Strassensheriff-App. „Ein Klick, eine Anzeige“ kam nicht ganz so gut an, der raue mediale Gegenwind und ein „Ladies-Workshop“ mitten in der Kampagne brachte den neuen Fokus des „Political Postings“ auf die Agenda: Mit wenigen Klicks ins Netz, 100% datenschutzkonform und mit ausgefeilten Lernmechanismen für alle Beteiligten: für Autofahrer, die eigenen Freunde und Bekannte, für Politessen und Amtsleiter - damit endlich was passiert!

Finanziell ist die Kampagne gescheitert, aber das Crowdfunding bringt viele neue Fans, Kooperationspartner und Medienaufmerksamkeit. Nach dem Heinrich Strößenreuther ein halbes Jahr seinen Job an den Nagel hängte und 20.000 Euro Erspartes reinsteckte, steht die kostenlose Android-App seit dem 28. März 2014 zum Download bereit.

In den ersten 48 Stunden zwangen die mehr als 5.000 Downloads den Server in die Knie: Sorgen, die man gerne hat. Inzwischen ist die sympathische Wegeheld-App die Nr. 5 im Google Play–Store Verkehr, schon vor den städtischen Verkehrsapps und direkt hinter der ADAC-App für billigeres Tanken.

Das zeigt, dass es Handlungsbedarf in unseren Städten gibt und dass wir schon längst im Übergang sind: Weg von autogerechten Städten, hin zu lebenswerteren Städten, in denen sich Kinder, Senioren, Fußgänger und Rolli-Fahrer, Radfahrer und Busfahrgäste sicher und frei von A nach B bewegen können. Mit der Wegeheld-App kommen wir unseren notwendigen Klimaschutz-Zielen einen Schritt näher.